Auditiertes Prüflabor bei ASSA ABLOY in Betrieb

Für einen innovativen Hersteller wie die ASSA ABLOY Sicherheitstechnik GmbH sind Produktprüfungen eine tägliche Aufgabe. Zum einen werden ständig werkseigene Produktionskontrollen durchgeführt. Zum anderen müssen neue Produkte getestet werden, um die Zertifizierung beispielsweise nach europäischer Norm zu erhalten. Letzteres ist seit April dieses Jahres auch im eigenen Haus möglich: Am Standort Albstadt wurde das ASSA ABLOY-Prüflabor vom Materialprüfungsamt Nordrhein-Westfalen (MPA NRW) auditiert. Unter Aufsicht des MPA NRW können nun Prüfungen zur Konformitätsbewertung durchgeführt werden.

Gerhard Gutmann, Leiter des Prüflabors bei ASSA ABLOY, erklärt: „Mit der Auditierung unseres Prüflabors können wir bei nicht vorhandenen Prüfkapazitäten im MPA NRW auf unser Prüflabor ausweichen. Im Hinblick auf unser stetig wachsendes Produktportfolio ist das ein großer Vorteil.” Produktfamilien wie die OneSystem Schlösser oder effeff Türöffner können so über Jahre beständig ergänzt und ohne Zeitverlust zertifiziert werden.

Prüfkapazitäten fast verdoppelt

Die zahlreichen europäischen Normen erfordern inzwischen sehr große Prüfkapazitäten. Das gilt sowohl für die Erstprüfung der Produkte als auch für die jährlichen werkseigenen Produktionskontrollen. Die internen Kapazitäten reichten ASSA ABLOY nicht mehr aus. Daher wurde das Prüflabor in Albstadt komplett umgebaut und mit sechs doppelflügeligen Testtüren ergänzt. So konnte der Hersteller von Schließ- und Sicherheitslösungen seine Prüfkapazitäten in den letzten drei bis vier Jahren fast verdoppeln. Um auch die Zertifizierung für Erstprüfungen zu bekommen, wurde die gesamte Anlage vom MPA NRW in einer Typisierungsprüfung abgenommen. „Jetzt haben wir die offizielle Bestätigung, dass die Testtüren und der Testaufbau der Norm entsprechen. Seit April können wir unsere Erstprüfungen, unter Aufsicht des MPA NRW, im eigenen Haus durchführen und sind für die Zukunft gut aufgestellt”, berichtet Gutmann.

Neue Produkte nach europäischer Norm wie zum Beispiel Paniktürverschlüsse oder Türöffner und Schlösser für Brandschutzanforderungen können also bei ASSA ABLOY direkt die erforderlichen Prüfungen zur Konformitätsbewertung ablegen. Erstprüfungen für Produkte ohne Sicherheitsanforderungen sowie die wiederkehrenden Prüfungen bestehender Produkte lassen sich ebenso durchführen. Zuständig für den Aufbau und die Betreuung sämtlicher Prüfungen ist Gutmanns Kollege Holger Faust. Die immer wiederkehrenden Normänderungen fließen sofort in seine Arbeit ein, um die Prüfabläufe korrekt aufbauen und durchführen zu können. Bei jeder Erstprüfung überwacht ein Mitarbeiter des MPA NRW persönlich den korrekten Einbau und führt die Dauerfunktionsprüfungen sowie die Abschlussprüfung der Produkte durch. Für 2019 sind neben den hausinternen Prüfungen drei bis vier offizielle Zertifizierungen geplant. Die erste mit dem Schloss N76 aus der OneSystem-Reihe startete bereits im April. „Wichtig ist hier eine genaue Planung der vier- bis sechswöchigen Dauerfunktionsprüfungen, um die Prüftüren optimal auslasten zu können”, sagt Gutmann.

Neue Produkte schneller am Markt

Die Vorteile für den Hersteller ASSA ABLOY liegen auf der Hand: Durch die umfassende Prüfkompetenz im eigenen Haus ist die Qualitätssicherung sämtlicher Produkte gewährleistet. Erforderliche Produktänderungen lassen sich sofort prüfen und sind damit umgehend einsatzbereit. Zusätzlich nutzt das Unternehmen die internen Möglichkeiten, um einige Schließlösungen strenger zu prüfen als gesetzlich vorgeschrieben. So wurden Schlösser der Reihe OneSystem mit 1 Million Prüfzyklen statt der in der Norm vorgeschriebenen 200.000 Zyklen geprüft und beweisen damit ihre Langlebigkeit. Die vergrößerten Prüfkapazitäten werden in Zukunft von großer Bedeutung sein, denn ASSA ABLOY wird seine Produktpalette in den nächsten Jahren um zahlreiche Schließlösungen im Bereich elektrischer Türöffner, verschiedener Schlösser, Türschließer und Rettungswegtechnik erweitern.