FTS002 Lösung mit Notruffunktion über die örtliche Nottaste (Psychatrie, Forensik)

Funktionalität

Sicherung in Fluchtrichtung
Zur Sicherung der Tür in Fluchtrichtung wird diese zusätzlich über verdeckt liegende Flächenhaftmagnete (Haltekraft jeweils 2.500 N) zugehalten. Die Spannungsversorgung und Steuerung der Haftmagnete erfolgt über die Fluchttürsteuerung. Aus Sicherheitsgründen wird vor Ort auf eine Nottaste verzichtet. Die Freischaltung im Notfall erfolgt stattdessen über eine zentrale Nottaste.
Die örtliche Nottaste hat nur eine Notruffunktion, die einen Alarm an der Tür und an der zentralen Stelle auslöst.
Bei Verzicht auf die örtliche Nottaste ist zu beachten, dass derartige Realisierungen immer der Genehmigung im Einzelfall durch die zuständige Bauaufsichtsbehörde bedürfen. In diesem Zusammenhang wird meist eine zentrale, ständig besetzte Stelle, die die betreffenden Rettungswegtüren einsehen kann, zur Auflage gemacht.

Zentrale Freischaltung über Nottaste/Not-Auf-Kreis
Die Freischaltung über zentrale Nottaste erfolgt in Verbindung mit einem Not-Auf-Kreis und speziellen Sicherheitsrelaismodulen, die für die sicherheitsrelevante Unterbrechung der Spannungsversorgung der Verriegelungselemente sorgen.
In einen Not-Auf-Kreis können bis zu 18 Türen eingebunden werden.

Berechtigte Begehung über Schlüssel
Die berechtigte Begehung der gesicherten Tür erfolgt über den örtlichen Schlüsselschalter. Auf gleiche Weise lassen sich auch Dauerfreigabe, Wiederverriegelung und Alarmquittierung durchführen.

Überwachung der Türoffenzeit
Während der Kurzzeitfreigabe erfolgt eine Überwachung der Türoffenzeit. Nach deren Ablauf ertönt ein Erinnerungssignal (sogenannter Voralarm). Wird dieses ignoriert, kommt es zum Türalarm, der bis zur Alarmrücksetzung bestehen bleibt. Dabei sind die Zeitfenster für Kurzzeitfreigabe, Voralarm und Türalarm individuell einstellbar. Wird die Tür vor Ablauf der Freigabezeit geschlossen, erfolgt die automatische Wiederverriegelung bzw. Sicherung der Tür.

Anzeigen am Tableau
Über 3 LEDs (rot, grün, gelb) werden türbezogen die Zustände „verriegelt“, „entriegelt“, „kurzzeitentriegelt“ und „Alarm“ angezeigt.
Der Alarmfall wird zusätzlich über einen integrierten Summer signalisiert.

Steuern über Tableau
Je Tür lassen sich die Funktionen „Verriegeln“, „Entriegeln“ und „Kurzzeitentriegeln“ steuern. Dazu stehen jeweils 2 Bedientaster zu Verfügung. Zusätzlich besteht die Möglichkeit alle Türen über eine zentrale Taste gemeinsam zu ver- bzw. entriegeln. Alle zur genannten Bedienmöglichkeiten lassen sich über den integrierten Schlüsselschalter sperren. Alternativ kann die Sperrung auch über einen externen Schlüsselschalter mit Profilzylinder oder einen externen Kartenleser erfolgen.

Zentrale Ein- und Ausgänge
Zur Anbindung an angrenzende Gewerke stehen Eingänge wie z.B. Notentriegelung durch Brandmeldeanlage, Verriegelung durch Einbruchmeldeanlage sowie Entriegelung durch Zeitschaltuhr zu Verfügung. Diese wirken jeweils auf alle Türen, die am Bussystem angebunden sind. Zudem können die Türen im Untergruppen zusammengefasst und über je einen separaten Eingang gesteuert werden. Somit lassen sich die Türen verschiedenen Brandabschnitten (BMA) oder Überwachungsbereichen (EMA) zuordnen. Zusätzlich sind Relaisausgänge zur Weitermeldung von Systemzuständen wie z.B. Alarm und Störung vorhanden.

Zentrale Systemkonfiguration
Über die im Buscontroller integrierte web-basierende Konfigurationssoftware (FT Manager) lässt sich das gesamte System zentral und komfortabel am PC konfigurieren sowie Systemdaten sichern oder importieren.

Realisierung von Schleusenabhängigkeiten
Mit Hilfe des Buscontrollers und der Konfigurations-software „FT Manager“ lassen sich zwischen den einzelnen Türen Schleusenabhängigkeiten einrichten. Dazu werden die entsprechenden Türen verschiedenen Schleusengruppen zugewiesen. Sobald eine Tür begangen wird, werden die übrigen Türen der Schleusengruppe gesperrt.

Vernetzung über Bussystem
Die Vernetzung der Komponenten erfolgt über einen systemeigenen 2-Draht Bus. Dieser kann als Stern-, Strang- oder Baumstruktur ausgeführt werden. Die maximale Leitungslänge des Busses beträgt 1.000 m. Zur Überbrückung größere Strecken stehen Repeater zu Verfügung. Somit lässt sich das Bussystem um jeweils 1.000 m erweitern.
Mit einem Tableau lassen sich bis zu 70 Türen verwalten. Der Buscontroller dient hierbei als zentrale Schnittstelle zu angrenzenden Gewerken sowie zur Anbindung der Konfigurationssoftware.