Elbphilharmonie: Konzert der Sicherheitssysteme

Die Elbphilharmonie, das neue Wahrzeichen Hamburgs, ist mit Sicherheit eins der bekanntesten Gebäude Deutschlands. Dabei ist die Technik, die die Sicherheit garantiert, beinahe spannender als jede Beschreibung des Konzerthauses.

Bei Türüberwachung und Rettungswegtechnik hat die ASSA ABLOY Sicherheitstechnik GmbH intensiv mit der Firma AZS System AG zusammengearbeitet. Das Ergebnis: Fluchttürsteuerungen der ASSA ABLOY-Marke effeff, die in das AZS-Zutrittskontrollsystem integriert wurden. Zusammen sorgen die Systeme für zuverlässig funktionierende Rettungswege sowie eine lückenlose Überwachung sämtlicher relevanter Türen.

Die Lösung im Überblick:

  • 580 Türen
  • ASSA ABLOY-Fluchttürsteuerungen integriert in AZS-Zutrittskontrollsystem
  • Fluchttüren über zentrale Leitstelle steuerbar
  • Schützt Fluchttüren vor missbräuchlicher Benutzung und gewährleistet im Gefahrenfall die Freigabe der Notausgänge.
  • Verschiedenen Bauformen erfüllen architektonischen Anforderungen: die Terminals befinden sich sowohl in Holzverkleidungen als auch in Glasfronten, sind mal Unterputz, mal Aufputz montiert, oder mit zusätzlichen Elementen wie Schlüsselschaltern versehen.

 

Und das sind stolze 580 Stück. Allein 200 davon befinden sich in den Flucht- und Rettungswegen. Sie sorgen zuverlässig für die Gebäudesicherheit, indem sie den Zutritt zu sensiblen, nichtöffentlichen Bereichen unterbinden und im Notfall allen Gästen den Weg aus dem 100 m hohen Gebäude ermöglichen. Eine Herausforderung – denn das Konzerthaus beherbergt sehr unterschiedliche Räume. Mittelpunkt des vom Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfenen und von Hochtief realisierten Gebäudes ist der große Konzertsaal. Dazu locken ein kleiner Konzertsaal, ein Studio, ein musikpädagogischer Bereich, 5-Sterne-Hotel und Gastronomie Musiker, Touristen und Gäste aus aller Welt an. Wer einen fantastischen Blick auf die Elbe, den Hafen und die Stadt genießen möchte, besucht die öffentliche Plaza. Die Aussichtsplattform in 37 Meter Höhe verbindet den alten gemauerten Hafenspeicher mit dem aufgesetzten gläsernen Neubau.

Fluchttüren über zentrale Leitstelle steuerbar

Weniger sichtbar sind die Garderoben- und Künstlerräume, die Küchen- und Wirtschaftsräume für den Hotel- und Gastronomiebetrieb, 45 exklusive Appartements und natürlich die Gebäudetechnik. In der Leitstelle laufen die Fäden des Zutrittskontrollsystems Access 3010 auf dem Visualisierungsmodul Process 3010 zusammen. Von hier aus behält das Sicherheitspersonal auf den Bildschirmen den Überblick über die 580 Zugänge und kann bei Bedarf eingreifen. Dafür muss jede Tür elektronisch mit der Leitstelle verbunden sein. Die Lösung kommt von ASSA ABLOY und heißt 1385. Das sind kompakte Fluchttürterminals mit integrierter Steuerung der ASSA ABLOY-Marke effeff. Diese Rettungswegabsicherung schützt Fluchttüren vor missbräuchlicher Benutzung und gewährleistet im Gefahrenfall die Freigabe der Notausgänge. Ihre zuverlässige Funktionsweise ist also ein wichtiger Baustein für die Sicherheit in der Elbphilharmonie.

Alle Terminals wurden an das Zutrittskontrollsystem von AZS angeschlossen: Jede Fluchttür ist mit Überwachungsfunktionen ausgestattet und sendet ihren Zustand über die Steuerung an einen Buscontroller, der die empfangenen Signale in die Leitstelle weitergibt. Da der Signalweg in beide Richtungen arbeitet, können die Fluchttüren direkt aus der Leitstelle individuell bedient werden. So überwacht das Sicherheitspersonal die einwandfreie Funktion der Fluchtwege im gesamten Objekt.

Um die elektronische Kommunikation zwischen Peripherie und Zutrittskontrollsystem zu realisieren, haben ASSA ABLOY und AZS ihre Schnittstellen aufeinander abgestimmt. Carsten Floeter, Betreuer Systemintegratoren bei ASSA ABLOY, hat AZS bei der Durchführung des Projekts unterstützt und erklärt die Datenautobahnen: ”Das Bussystem, das wir in der Elbphilharmonie verwenden, besitzt die Form einer Baumstruktur.” Die Kabel werden innerhalb eines Nutzungsbereichs von einer Tür zur nächsten auf einen so genannten Strang gelegt, wobei die Anzahl der Türen variieren kann. Jeder Strang ist über ein Buskabel direkt mit einem Etagenhauptverteiler verbunden. Von diesen Verteilern laufen die Signale auf zehn Buscontrollern zusammen. Die Struktur ist sehr flexibel: Jede Tür kann zu einem Buscontroller hinzugefügt oder herausgenommen werden, ohne die Signalwege der anderen Türen zu beeinflussen. ”Während der Bauphase waren wir daher in der Lage, diverse Änderungen in der Planung problemlos zu realisieren”, so Floeter.

Jahrzehnte bewährte Verriegelungstechnik im Rettungsweg

Ein sicher funktionierender Signalweg ist das eine, eine sicher funktionierende Fluchttür das andere. Die eingebauten Fluchttürterminals sind deutlich erkennbar an den außen angebrachten beleuchteten Nottastern. Ein Netzteil gewährleistet die Stromversorgung. Alle Fluchttüren sind mit Jahrzehnte bewährten, außerordentlich zuverlässigen Verriegelungen der ASSA ABLOY-Marke effeff ausgestattet. Solange die Verriegelung mit Strom versorgt wird, hält sie die Tür geschlossen und sichert den Fluchtweg gegen Missbrauch. Im Notfall lässt sich die Fluchttür ganz einfach öffnen: Ein Druck auf den Nottaster unterbricht die Stromversorgung und die Verriegelung wird sofort aufgehoben – selbst wenn wie bei einer Panik eine große Menschenmenge gegen die Tür drückt. Parallel schickt die integrierte Steuerung einen Alarm an die Leitstelle. Dort kann das Sicherheitspersonal die geöffnete Tür orten und weitere Maßnahmen einleiten.

Die Fluchttürterminals sind modular aufgebaut und flexibel konfigurierbar: ”Durch die verschiedenen Bauformen in unserem Schalterprogramm konnten wir die architektonischen Anforderungen erfüllen. Die Terminals befinden sich sowohl in Holzverkleidungen als auch in Glasfronten, sind mal Unterputz, mal Aufputz montiert, oder mit zusätzlichen Elementen wie Schlüsselschaltern versehen”, erzählt Floeter. Unsichtbar hingegen sind die Überwachungsmodule an den 380 Türen, die sich nicht in Rettungswegen befinden. Diese Türen erfüllen ganz unterschiedliche Funktionen, senden aber alle ihren Zustand in die Leitstelle. Wird beispielsweise eine Tür unbefugt im geöffneten Zustand fixiert, kann das Sicherheitspersonal die Manipulation auf den Anzeigen erkennen.

 

Ob ein Großprojekt wie die Elbphilharmonie oder kleinere Objekte: ASSA ABLOY begleitet seine Kunden und alle Prozessbeteiligten über die gesamte Planung, Ausführung und Fertigstellung. Die regionalen Teams aus Architekten- und Objektberatern, Vertrieb, Technikern und Betreuern der Systemintegratoren arbeiten Hand in Hand, um in jeder Phase beraten und unterstützen zu können. So werden gemeinsam passende Lösungen erzielt: Jetzt können die Besucher der Elbphilharmonie das spektakuläre Bauwerk ungetrübt genießen.